Gabriela Fahnenstiel am Flügel und Ryan Meehan mit der Geige Hero Bild Dekoration

"Zu Bonndorf habe ich eine besondere Nähe"

Die aus Laufenburg stammende Gabriela Fahnenstiel und ihr amerikanischer Partner Ryan Meehan sind zum ersten Mal gemeinsam in Schloss Bonndorf zu hören. Stattsofa sprach mit der Künstlerin über ihren Besuch in der Heimat und die Besonderheit, mit dem Partner zu musizieren gestellt.

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Stattsofa: Sie sind in Laufenburg geboren und aufgewachsen. Was ist für Sie das Besondere in Bonndorf – nahe Ihrer Heimatstadt zu spielen? Und auf was freuen Sie sich, wenn Sie zu Besuch in den Landkreis Waldshut kommen?

Gabriela Fahnenstiel (G.F.): Ein Auftritt in Bonndorf ist für mich etwas Besonderes, weil ich eine Nähe spüre, allein schon darum, weil ich in Laufenburg aufgewachsen bin. Die Landschaft, die Ruhe und die vertraute Umgebung begleiten mich seit meiner Kindheit. Wenn ich in den Landkreis Waldshut komme, freue ich mich vor allem auf die Natur und auf die Zeit mit meiner Familie.

Stattsofa: Seit Jahren leben Sie nun schon in den USA und treten mit Ihrem Partner Ryan Meehan auf. Was ist das Besondere daran, wenn man gemeinsam mit seinem Partner spielt? Und was ist die Herausforderung?

G.F.: In meiner Wahlheimat USA trete ich regelmäßig mit meinem Partner Ryan Meehan auf. Das gemeinsame Musizieren ist für uns etwas sehr Persönliches. Wir kennen uns gut und finden auch musikalisch schnell zueinander. Gleichzeitig ist es manchmal eine Herausforderung, Berufliches und Privates zu trennen, damit beides im Gleichgewicht bleibt.

Gabriela Fahnenstiel und Ryan Meehan © Suxiao Yang

Stattsofa: Wie wählen Sie Ihre Stücke aus? Ist man sich da immer einig?

G.F.: Unser Repertoire wählen wir gemeinsam aus. Oft haben wir unterschiedliche Ideen und sprechen viel darüber, bis wir eine Richtung finden, die uns beiden gefällt. Wir sind uns aber nicht immer sofort einig, doch genau dieser Austausch bringt oft spannende Programme hervor.

Stattsofa: Wie sieht Ihr künstlerisches Leben in den USA aus?

G.F.: Unser künstlerisches Leben in den USA ist vielseitig. Wir konzertieren regelmäßig, unterrichten bei Festivals und ich bin auch als Korrepetitorin tätig. Ryan und ich unterrichten auch privat und er ist zudem als Professor an der University of Delaware School of Music angestellt. Diese interessante Mischung aus Üben, Konzerten und Unterricht prägt unseren Alltag.

Stattsofa: Ist das amerikanische Publikum anders als das europäische? Worin liegen die Unterschiede?

G.F.: Ich erlebe das amerikanische und das europäische Publikum nicht als grundsätzlich verschieden. In beiden Regionen begegnen uns sehr aufmerksame und interessierte Menschen. Für mich hängt viel vom jeweiligen Saal und vom Rahmen des Konzerts ab. Entscheidend ist am Ende die Atmosphäre im Raum – damit meine ich, ob sich ein gemeinsamer Fokus und eine gewisse Spannung zwischen Bühne und Publikum entwickelt. Und genau das macht ein Live-Konzert so besonders.

Gabriela Fahnenstiel und Ryan Meehan vor dem Flügel © Suxiao Yang

Stattsofa: Ihr Partner spielt Violine und hat eine enge Beziehung zu seinem Instrument. Sie hingegen sitzen – wenn Sie Konzerte geben – jeweils an einem anderen Klavier. Wie „eignet“ man sich ein „fremdes“ Klavier an? Und habe Sie Favoriten?

G.F.: Als Pianistin spiele ich fast bei jedem Konzert auf einem anderen Instrument. Ich nehme mir immer etwas Zeit, um das Klavier kennenzulernen – wie die Mechanik reagiert, wie der Klang im Raum trägt und wie sich das Instrument anfühlt. Mit der Zeit entwickelt man ein gutes Gespür dafür. Einen Steinway spiele ich besonders gern, und auch ein guter Bösendorfer - wie er in Bonndorf steht - kann eine wunderbare Erfahrung sein.

 

Fragen: Stattsofa, Fotos: Suxiao Yang

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