Lukas Schmid

Holzbildhauer aus Eggingen

„Für «schön» gibt es kein Metermaß“

Vor einem Jahr hat sich der Bildhauer Lukas Schmid in Eggingen niedergelassen – „pünktlich zu Corona!“, wie der Künstler scherzt. In seinem Atelier im Meisenweg empfängt er Stattsofa.

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Keine Termine, Ruhe zum Arbeiten, Ideen aus dem Skizzenbuch verwirklichen – der Coronakrise weiß Lukas Schmid auch Gutes abzugewinnen. Die mit der ersten Welle eintretende Entschleunigung habe in kreativer Hinsicht nicht unbedingt geschadet. „Homeoffice wäre für mich schlimmer. Hier im Atelier kann ich auf 100m² machen was ich will und meine Projekte selber lenken.“ Einzig der Wegfall der Ausstellungsmöglichkeiten stimmt Schmid skeptisch. Ob er am Künstlermarkt in Beuggen (18.-20. Juni) oder beim Bildhauersymposium in Kenzingen (13.-19. September) tatsächlich seine Werke präsentieren wird, ist ungewiss. Für die Begegnungsstätte in der ehemaligen Synagoge in Vöhl (Nordhessen) hat er eine Stele fertiggestellt; nur eines von vielen Ausstellungsstücken, dass auf seine Bestimmung wartet, endlich einem Publikum vorgestellt zu werden.

Während Lukas Schmid durch sein Atelier führt und einzelne Werke vorstellt, wird seine Wertschätzung für das Material offenkundig. Oft kommt es vor, dass in scheinbar Verdorrtem und Aussortiertem noch jede Menge Leben steckt. Dieses zutage zu fördern und das Möglichste aus den Ressourcen herauszuholen, ist ein Leitmotiv seiner Arbeit. Dabei geht es nicht um formale Perfektion. „Ich bin kein Freund des Hyperrealismus“. Lukas Schmid ist überzeugt, dass die Sichtbarkeit der technischen Bearbeitungsschritte im Holz nicht seiner Ästhetik entgegenläuft. „Der Prozess soll auch im Endprodukt erkennbar sein. Warum soll man nicht erkennen dürfen, welche Werkzeuge ich verwendet habe?“. Darüber hinaus muss die Skulptur für sich selbst sprechen können. „Und für «schön» gibt es kein Metermaß.“

Bleibt noch die Frage, wieso Lukas Schmid als Jahrgangsbester der Bildhauerschule Freiburg die Rückkehr in seine alte Heimat Eggingen angetreten ist. Klare Antwort: „So ein Atelier wie dieses findet man in Freiburg nicht. Nicht zu dem, was ich zahle.“ Außerdem steht Schmid in Kontakt zu dem örtlichen Förster, der ihm bei der Materialbeschaffung behilflich ist. Und wenn ein Baumstamm zu seinem Lager transportiert werden muss, ist das das kleinste Problem. „Gefühlt hat hier jeder Zweite einen Radlader im Hof“, lacht Schmid augenzwinkernd.

Autor*in: Eduardo Hilpert

Lukas Schmid 

Meisenweg 5
79805 Eggingen

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