Hier mahlt Geschichte …

Museumsführer Ernst Albert erzählt, was die Museumsmühle in Blumegg so einzigartig macht.

„Es ist ein Segen, dass es diese Mühle gibt“

Seit dem Jahr 2000 ist die historische Mühle im Weiler bei Stühlingen-Blumegg als Museum erlebbar. Von Anfang an dabei war Ernst Albert, einer der ehrenamtlichen Mühlenführer. Zum Deutschen Mühlentag, der jedes Jahr am Pfingstmontag begangen wird, öffnet er das Corona-bedingt geschlossene Museum für Stattsofa.

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Stattsofa: Herr Albert, gibt es einen Grund dafür, warum ausgerechnet der Pfingstmontag als Mühlentag gefeiert wird?

Das ist tatsächlich ein Stichtag, die Mühlen für die kommende Ernte zu rüsten. Heute wird ja das ganze Jahr durch gemahlen, früher nicht.

 

Stattsofa: Die Mühle im Weiler ist denkmalgeschützt. Warum? Was macht sie so besonders?

Die Bauart und Antriebstechnik sind einmalig in Deutschland, sie ist nach dem Windmühlenprinzip aufgebaut, das gibt es bei Wassermühlen sonst nirgendwo. Königswelle, Winkelgetriebe, Übersetzungen, Untersetzungen… wirklich alles ist aus Holz. Sie funktioniert genau wie vor 200 Jahren. Wir wissen aber, dass schon vor 800 Jahren an dieser Stelle eine Mühle stand. Es ist ein echter Segen, dass man diese Mühle vor dem Verfall restauriert hat.

 

Stattsofa: Hat sich das Publikum in den letzten 20 Jahren verändert? Müssen mehr Grundlagen erklärt werden?

Viele Besucher sind erstaunt darüber, wie mit so wenig Wasser so viel in Bewegung gesetzt wird – ohne dass dabei ein Milligramm CO2 entsteht. Heute interessieren sich die Menschen mehr für die älteren Gegebenheiten. Anhand der Funktionsweise der Mühle stellen die Besucher dann auch schnell fest, dass die Leute auch vor 300, 400 Jahren im Kopf fit waren.

 

Stattsofa: Und was gefällt Ihnen an den Führungen? Sie sind immerhin schon über 20 Jahre dabei!

Wenn man die Leute richtig mitnehmen kann und die Begeisterung übermittelt, und ich merke, dass man den Menschen eine Freude macht und sie dann sagen „ich komme wieder“, das ist für mich der Erfolg. Das zeigt mir, dass ich´s richtiggemacht habe. Oder wenn sie sagen: „Ich komme nur wieder, wenn Du wieder die Führung machst!“(lacht).

 

Stattsofa: Was ist Ihr Wunsch für die Mühle im Weiler nach der Corona-Zeit?

Einfach, dass wir wieder eine Perspektive haben und die Mühle und die Führungen wieder in Betrieb nehmen können. Und vielleicht, dass wieder mal ein jüngerer Rentner zu uns Führern stößt.

Kontakt und Reservierung:

Ernst Albert
Konstantin-Fehrenbachstr. 2
79848 Bonndorf

Telefon: 07703 / 520

Ernst-albert@web.de
www.museumsmühle.de


Eduardo Hilpert

Mitarbeiter im regionalen Kulturmanagement des Landkreises Waldshut.