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 Bildhauersymposium 1+1+1=1 in Tiengen

Zum Jubiläum „50 Jahre Doppelstadt Waldshut-Tiengen“ und der Eingemeindung Gurtweils gestalten fünf Bildhauerinnen und Bildhauer Skulpturen aus Holz, Glas, Metall, Stein und Mixed Media. Das Motto: „1+1+1=1“. Kerstin Simon, Leiterin des Kulturamts der Stadt Waldshut-Tiengen und Zara Tiefert vom Verein FreundeSchlossTiengen e.V.  haben StattSofa vorab Einblicke in das Veranstaltungskonzept gegeben.

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StattSofa: Wie ist die Idee zum Bildhauersymposium mit fünf Künstlerinnen und Künstlern in der Altstadt von Tiengen entstanden – und warum gerade zum 50-jährigen Jubiläum von Waldshut-Tiengen?

Zara Tiefert & Kerstin Simon: Der Verein „FreundeSchlossTiengen“ und das Kulturamt veranstalten mindestens einmal im Jahr zusammen eine Ausstellung im Schloss. Anlässlich des Stadt-Jubiläums wollten wir etwas Besonderes machen und da kam die Idee, nicht nur eine gemeinsame Ausstellung durchzuführen, sondern parallel dazu ein Symposium zu veranstalten. In der Tiengener Altstadt wurden in der Vergangenheit immer wieder Künstlersymposien durchgeführt – ob „LufArt“, „WandArt“ oder „Barocke Sichten“, um nur einige zu nennen. Und so entstand die Idee zum Bildhauersymposium.

StattSofa: Das Thema des Symposiums lautet „1+1+1=1“. Was steckt hinter diesem Titel und wie wurde er den Künstlerinnen und Künstlern vermittelt?

Zara Tiefert & Kerstin Simon: Wir wollten natürlich auch thematisch das Stadt-Jubiläum aufgreifen. 1+1+1+=1 steht für die vor 50 Jahren stattgefundene Verwaltungsreform, bei der die ehemals eigenständigen Städte Waldshut und Tiengen sowie die Gemeinde Gurtweil zusammengelegt wurden. Zugleich lässt das so offen formulierte Thema viel Spielraum für Interpretationen, was den Bildhauerinnen und Bildhauern einen großen Gestaltungsfreiraum gibt. Das zeigt sich auch deutlich an den fünf für das Symposium ausgewählten Werken: Die Künstler setzen das Thema 1+1+1=1 auf ganz unterschiedliche Weise um. Mehr möchten wir dazu noch nicht verraten. Die Menschen sollen sich bei einem Bummel durch Tiengen in der Woche ab dem 22. September 2025 mit eigenen Augen davon überzeugen und mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen.

StattSofa: Sie beide waren Teil der Fachjury, die die teilnehmenden fünf Bildhauerinnen und Bildhauer ausgewählt hat. Nach welchen Kriterien haben Sie die Künstlerinnen und Künstler ausgewählt?

Zara Tiefert & Kerstin Simon: Die Hauptkriterien waren für uns die Originalität hinsichtlich der Umsetzung des gestellten Themas sowie die künstlerische und handwerkliche Qualität der Arbeiten. Nach diesen Gesichtspunkten hat die Fachjury eine Liste erstellt und so ihre fünf Favoriten gefunden.

In fünf Tagen können Besucher die Werke wachsen sehen.
Zara Tiefert, Verein FreundeSchlossTiengen & Kerstin Simon, Leiterin Kulturamt Waldshut-Tiengen

StattSofa: Die Skulpturen, die ausgewählt wurden, werden nicht hinter verschlossenen Türen geschaffen, sondern öffentlich an fünf Plätzen in Tiengens Altstadt. Was erhoffen Sie sich vom Dialog zwischen den Kunstschaffenden und dem Publikum während des Entstehungsprozesses?

Zara Tiefert & Kerstin Simon: Wir denken, für die Besucher wird es sehr spannend zu sehen, wie ein Kunstwerk entsteht. Wer in den fünf Tagen regelmäßig vorbeikommt, kann die Werke wachsen sehen. Zugleich kann man den Künstlern Fragen stellen, ob zur Technik, zum Material, zur Arbeitsweise oder auch zur Umsetzung des gestellten Themas. Das ist übrigens nicht nur für die Besucher spannend, sondern auch für die Künstler. Eine Künstlerin möchte das Publikum sogar ganz bewusst in die Werkgestaltung integrieren und wird Zitate der Besucher mit in ihr Werk einarbeiten.

StattSofa: Parallel zum Symposium findet die Begleitausstellung „Seitenblicke“ im Tiengener Schloss statt. Was ist in der Ausstellung zu sehen?

Zara Tiefert & Kerstin Simon: Die Ausstellung soll weiterführende Einblicke in das jeweilige Werk der fünf am Symposium beteiligten Künstlerinnen und Künstler geben. Die fünf Bildhauerinnen und Bildhauer haben hier die Freiheit, Arbeiten zu zeigen, die andere Themen, Materialien und Ausdruckformen erkunden. Alle fünf sind nämlich nicht nur als Bildhauer, sondern auch als Maler und Zeichner tätig. So entsteht ein facettenreicher Blick auf ihr künstlerisches Schaffen jenseits des Symposiums – von filigran bis monumental, von verspielt bis nachdenklich. 

Daten und Öffnungszeiten

Bildhauersymposium 1+1+1=1

Montag, 22.9. bis Freitag, 26.9.20225

Standorte: Schlossgarten, Löwendenkmal, Platz beim Storchenturm, Hauptstraße Tiengen (Ecke Eiscafé Cortina), Marktplatz 

Öffnungszeiten: Montag - Donnerstag: 10-12 Uhr und 14-16 Uhr; Freitag:  10-12 Uhr

Am Freitag, den 26.9.2025 werden die Skulpturen um 17 Uhr vor dem Tiengener Rathaus vorgestellt. Mit Apéro.

Ausstellung Seitenblicke

Vernissage: Sonntag, 21. 9. 2025 | 11 Uhr | Schloss Tiengen, Schwarzenbergsäle & Schlosskeller

Öffnungszeiten: Sonntag, 21.9. bis Sonntag, 19.10.2025 | Mi + Sa: 15 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr


Eine Kooperation des Kulturamts der Stadt Waldshut-Tiengen und des Vereins FreundeSchlossTiengen e.V.

Das Bildhauersymposium wird von der Hochrheinkommission, der Volksbank Hochrhein eG sowie der Firma OBI gefördert.

Das Interview hat Layla Nieden, Mitarbeiterin des Kulturamtes der Stadt Waldshut-Tiengen, geführt.