Laufenburg: Römische Villa Rustica
Mit ihrer Anfangsdatierung in die tiberische Zeit (ca. 14 - 37 n. Chr.) zählt die Villa zu einer der frühesten ländlichen Ansiedlungen entlang des Hochrheins und steht in engem Zusammenhang mit dem Legionärslager von Vindonissa (heute Windisch).
Römische Bauernhöfe (Villa Rustica)
Die Bezeichnung Villa Rustica ist modern. In der römischen Vergangenheit wurden die Wörter "rus", "praedium" und "fundus" benutzt. Ländliche Gebäude wurden als "villae" bezeichnet.
Historische Einordnung der Funde in Laufenburg
Die Villa steht in engem Kontext mit dem benachbarten Legionslager von Vindonissa steht. Insbesondere die Verwendung von legionseigenem Ziegelmaterial, unterstreicht die enge Bindung der Villenbewohner an das Militär. Der Hofbesitzer / Pächter könnte ein Veteran gewesen sein. Ausgehend vom Fundmaterial sowie dem Befund, wonach in Laufenburg kein Zerstörungshorizont der Wirren nach dem Limesfall 260 festgestellt werden konnte, wird eine Weiterbesiedlung des Gutshofs bis in das 3.Jh. angenommen. Spätestens in den Jahren um 275 fallen Orte wie Augusta Raurica und Vindonissa den Alamannenangriffen zum Opfer; die eher exponierte Lage der Villa an der wichtigen Verkehrsroute des Hochrheins wird den germanischen Eindringlingen kaum entgangen sein.
Historischer Hintergrund der römischen Landgüter
Ursprünglich waren in Italien Kleinbauernhöfe üblich. Ab dem 3. Jhdt. v. Chr. kam es zu einem Niedergang dieser Kleinbauernhöfe und damit verbunden zur Einrichtung deutlich größerer Einheiten.
Der Bautyp in den germanischen und gallischen Provinzen entsprach weit überwiegend (im Unterschied zu Italien) dem Typus der Porticusvilla mit Eckrisaliten (Porticus = eine nach vorne offene Säulenhalle, an den Ecken die hervorspringenden Eckrisaliten). Dahinter befand sich ein Hof mit Wirtschaftsgebäuden an der Seiten. Die Wohnräume des Eigentümers befanden sich in den Eckrisaliten. Die überwiegende Zahl der in Deutschland dokumentierten villae rusticae verfügte über ein mit Ziegeln gedecktes Dach, zumindest kleine Glasfenster und immer über ein Bad. Das Bad sowie zumindest einige Räume waren beheizbar.
Quellen: N. Hanel: R. Rothkegel, Der römische Gutshof von Laufenburg; https://rom-in-deutschland.de
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