Mehr Literatur geht nicht!

Eine alte Villa mit Blick über den Zürichsee ist das Zuhause von Bernhard Echte. Der Literaturwissenschaftler, Autor, Kurator, Herausgeber und Verleger des Nimbus-Verlages war lange Jahre zunächst Angestellter, später Leiter des Robert-Walser-Archivs. In jahrzehntelanger Arbeit hat er Walsers Spätwerk, die „Mikrogramme“, entziffert und herausgegeben. Auch den Schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser, der als früher, deutschsprachiger Kriminalautor bekannt ist, entdeckte er als Erzähler und Briefautor.

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Echte gab die Biographie von Hugo Ball heraus und verhalf in einer Ausstellung Emmy Hennings zu Anerkennung als Lyrikerin und unabhängige Künstlerin der Dadagruppe. Zahlreiche weitere Künstler des frühen 20. Jahrhunderts hat er editiert und literaturwissenschaftlich bearbeitet.

Immer wieder waren es Zufälle, Begegnungen mit Zeitzeugen oder Nachfahren der Künstler, die dem Wirken von Bernhard Echte neue Türen öffneten … was man ganz wörtlich nehmen kann: in der alten Villa lebte und arbeitete Robert Walser 1903 einige Monate als Angestellter eines Fabrikanten und verarbeitete dies in seinem Roman „der Gehülfe“. Die Schreibstube Walsers kann heute besichtigt werden- der Hausherr zeigt sie freundlich. Er konnte die vom Verfall bedrohte Villa vor Jahren erwerben und renovieren.

In der Literaturmatinee des Schlosses Tiengen werden Leben und Werk verschiedener Autoren in Gespräch und Lesungen vorgestellt.  Die beeindruckende berufliche Biographie und das Wirken unseres Gastes in Büchern, Ausstellungen und seinem Verlag NIMBUS runden die Veranstaltung ab.

Sylvie Vetter

Mitglied des Kulturberates und des Vereins freundeschlosstiengen e.V.