„Meine Werke sind im Stadtarchiv gut aufgehoben"

Der Buchautor, Keltenforscher, Musiker, Hörspielkomponist, und Kenner des Südschwarzwalds Roland Kroell, vermachte seine vielfältigen künstlerischen Werke dem Waldshut-Tiengener Stadtarchiv, wo sie für ihn unter der Obhut von Stadtarchivar Ingo Donnhauser in guten Händen aufgehoben sind. Das Stadtarchiv Waldshut-Tiengen erhielt dadurch eine bereichernde Bestandserweiterung.

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Der künstlerische Weltbürger Roland Kroell (1954) stammt gebürtig aus Tiengen und ist mit dem Schwyzertag, dem traditionellen Heimatfest der Stadt Tiengen, aufgewachsen. Heute fühlt er sich eng mit seiner Heimat im Landkreis Waldshut verbunden. Als junger Mann jedoch wollte er raus aus der überschaubaren Kleinstadt Tiengen und rein in die weite Welt.

Auf der Suche nach sich selbst reiste er 1974 als Rockmusiker für drei Monate nach Irland. Doch anstatt auf der grünen Insel mit einer Rockband durchzustarten, fand er durch die irischen Lieder wieder Interesse an deutschen Heimatliedern und dadurch wieder zurück zu seinen Wurzeln. So musste er für seine irischen Freunde abends im Irish Pub deutsche Bauernkriegslieder wie „Wir sind Geyers Schwarzer Haufen“ singen. Dann fing er an, eigene Lieder zu schreiben. Zurück in Deutschland, verkaufte Roland Kroell seine E-Gitarre, gründete die Band „Roland Kroell und die Salpeterer“ und trat auf vielen Festivals im Schwarzwald, der Nordschweiz und in den Vogesen auf. Bekannt wurde er durch die Vertonung der Salpeterer-Lieder, die er von seinem früheren Lehrer Dr. Emil Müller Ettikon bekam mit der Aufgabe, diese neu zu singen. Als Liedermacher zog er alsbald in die südbadische Studentenstadt Freiburg. Hier war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort, da er durch Konzerte an der Universität Freiburg viele Studierenden-Fans bekam. Im damaligen Südwestfunk wurde er Hörspielkomponist und Hörspielautor (1975-2000) und wirkte an vielen Sendungen mit.

Später war er freier Journalist für die Badische Zeitung, dem Regio-Magazin und der Basler Zeitung und brachte so gesellschaftspolitische Themen aus der badischen Region hinaus in die Welt. In den 90er Jahren trat er mit Musikprojekten wie „Archaische und Keltische Gesänge“, oder der Neuvertonung des Minneliedes „Parzival“ von Wolfram von Eschenbach an vielen Orten auf. Sein größtes Werk ist „Tristan & Isolde“, für das er 30 Kompositionen entwickelte.

Heute weiß Roland Kroell, dass seine persönlichen Schätze direkt vor der Haustür liegen und er nicht weit reisen muss. 18 Mal ist er in seinem Leben umgezogen und doch hat es ihn immer wieder in den Südschwarzwald gezogen. Heute lebt er mit seiner Frau in Laufenburg. Für den Waldliebhaber ist der Hotzenwald sein Irland, wo er sich als „Waldgänger“ dem „Waldbaden“ hingibt und bei seinen täglichen Wanderungen Energie tankt. Auch mit seinen 67 Jahren ist Roland Kroell noch immer sehr aktiv. Seine aktuellen Bücher „Die magisch mystische Deutung der Märchen“, „Unterwegs zu den drei Belchen“ und „Der Wald als Heiler“ sind gerade erst erschienen und werden von Donnhauser in den Bestand des Waldshut-Tiengener Stadtarchiv aufgenommen. Aktuell vertont Kroell „Tao Te King“, die 81 Lehren des chinesischen Philosophen Laotse.

Der sogenannte Vorlass von Roland Kroell besteht aus insgesamt 60 Verzeichniseinheiten und ist unter der Bestandsnummer 26 in einem Findbuch im Stadtarchiv Waldshut-Tiengen einsehbar. Das Besondere daran ist laut Archivar Ingo Donnhauser „die Fülle an Unterlagentypen“. Die Einheiten bestehen aus Vorträgen, Briefen, Bücher, Zeitungsartikel, Kunstwerke und Schallplatten mit ihren Matrizen. Ganz neu im Archivbestand sind die von Ingo Donnhauser bereits digitalisierten CDs von Kroell, wie die vertonten Salpeterer-Lieder. „Ich bin nicht Bob Dylan, sondern mein künstlerisches Schaffen ist ein breites Spektrum“, sagt der vielseitige Künstler über sich.

Live zu sehen, gibt es den Künstler am Sonntag, den 30. Januar 2022 um 17 Uhr in der Peter-Thumb-Kirche in Tiengen. Gemeinsam mit Michael Rudigier (Tomawho): Didgeridoo, Ailyn Libor: Sandawa, Christoph Pampuch: Harfe und Roland Kroell: Epinette des Vosges (eine Art Vogesenharfe mit 7 Saiten, Gong und Gesang) präsentiert Kroell ein irisches Segenskonzert.

Roland Kroell

Künstler

Bahnhofstraße 5, 79725 Laufenburg 
https://waldbaden-hotzenwald.net/

Layla Nieden 

Autorin 

Layla Nieden ist Mitarbeiterin im Kulturamt der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen.