11. grenzüberschreitende Kulturnacht
Interview mit Anja Eichkorn, Mitglied des Organisationskomitees
Im Jahr 2024 interviewte Stattsofa Anja Eichkorn anlässlich der 10. Kulturnacht. Zwei Jahre später laufen die Vorbereitungen für die 11. Kulturnacht 2026 auf Hochtouren. Wir werfen erneut einen Blick hinter die Kulissen.
Stattsofa: Frau Eichkorn, die 10. Kulturnacht 2024 war ein besonderes Jubiläum. Welches Resümee zieht das Organisationsteam aus dieser Ausgabe, und welche wichtigsten Erkenntnisse konnten Sie für die Planung der 11. Kulturnacht 2026 mitnehmen?
Anja Eichkorn: Die Kulturnacht 2024 war ein würdiges Jubiläum, das Aktualität, Neuerungen und Traditionen erfolgreich verband. Wir können stets bekannte Aussteller begeistern und gleichzeitig neue Künstler anziehen. Das Wochenende Anfang Mai alle zwei Jahre ist ein etablierter und sehnsüchtig erwarteter Bestandteil der regionalen Kultur.
Eva Lippert © Organisationskomitee Kulturnacht
Stattsofa: Wie hat sich das Team neu aufgestellt, und welche Impulse ergeben sich daraus für die 11. Kulturnacht 2026?
A.E. Über lange Jahre prägte Priska Vago die Kulturnacht auf Küssaberger Seite maßgeblich. Da ihr Rückzug absehbar war, sind Iris Stritt und ich zum Organisationsteam gestoßen. Bürgermeister Manfred Weber unterstützt enorm, und durch ihn sind auch die Gemeinderäte Dieter Tritschler und Rainer Illmann sowie Susanne Sonntag Teil des Küssaberger Teams. Mit der Ausweitung auf Hohentengen engagieren sich dort Birgit Zimmermann und Johanna Bober, die drei Hotspots betreuen, unterstützt von Bürgermeister Jürgen Wiener. So kommen etablierte Organisatoren und neue Gesichter mit frischen Ideen zusammen.
Franziska John © Organisationskomitee Kulturnacht
Stattsofa: Gab es konkrete thematische Ansätze aus dem letzten Interview, und gibt es neue Schwerpunkte für 2026?
A.E. Die 2026er Ausgabe steht unter dem Motto „Künstlerische Intelligenz“. Uns ist wichtig, dass dies als Fokus auf die menschliche Kreativität verstanden wird und keine Aufforderung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz ist. Eine Neuerung ist, dass einige Hotspots auch am Sonntag von 11-16 Uhr geöffnet sind, um Künstlern und Besuchern mehr Zeit zu ermöglichen. Dies wird im Programmheft speziell vermerkt. Es beteiligen sich insgesamt 20 Ortschaften mit rund 135 Ausstellungen und Darbietungen. Dank Raiffeisen können wir zudem spezielle Konzerte im Rahmen des Eröffnungsanlasses in Bad Zurzach sowie in Würenlingen und Küssaberg durchführen, die weitere Highlights darstellen.
Stattsofa: Wie wird der grenzenlose Gedanke in der 11. Kulturnacht 2026 noch stärker gelebt?
A.E.: Das Organisationsteam ist selbst grenzüberschreitend besetzt, und die Planung erfolgt gemeinsam trotz unterschiedlicher Bestimmungen in den beiden Ländern. Der Austausch wird vielfältig erlebbar gemacht: Musikgruppen wandern zwischen Auftrittsorten in D und CH, deutsche Künstler stellen auf Schweizer Seite aus, das Schulprojekt „Brückenbilder“ verbindet Schulen beider Länder, die Brückenbilder werden grenzüberschreitende auf den Rheinbrücken aufgehängt und können beim Schlendern über die Brücke bestaunt werden. Ein kostenloser Bus-Shuttle am Samstag bringt Besucher über die Grenzen und verbindet die Ausstellungsorte.
Zirkus Zebrasko
Mit dabei ist auch wieder der
Zirkus Zebrasko, zu sehen am 09.05. um
19 Uhr beim Hotspot Holzbau Trischler (Kadelburg)
Stattsofa: Was motiviert Sie persönlich, und welche Botschaft möchten Sie den zukünftigen Besucherinnen und Besuchern mit auf den Weg geben?
A.E.: Die Organisation ist eine Mammutaufgabe, besonders die grenzüberschreitende Koordination, die bereits am 13. September 2024 begann. Über 135 Künstler, Gruppen und Vereine sind beteiligt, was immense Koordination erfordert. Alle Teammitglieder engagieren sich ehrenamtlich neben ihren regulären Verpflichtungen, was heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Mich motiviert, eine Traditionsveranstaltung fortzuführen, die so viele Besucher anzieht und begeistert. Wir rechnen auch 2026 wieder mit rund 4000 Gästen, die einen tollen Einblick in die Kunst- und Kulturszene erhalten. Ich sehe darin gelebte Gemeinschaft und Demokratie, denn kulturelle Veranstaltungen sind essenziell für unser gesellschaftliches Leben.
Fragen: Stattsofa
Fotos: (c) Organisationskomitee Kulturnacht